h1

Berlin

14. Februar 2008

Berlin

Letztes Wochenende waren wir also mit der Band in Berlin, das heißt, wir haben Freitag aufgespielt, danach gefeiert. Zwei sind Samstag nachmittag wieder heim, ein Kollege und ich sind noch geblieben. Es war sehr sehr gut, viel besser, als ich dachte. Denn ich hatte ein eher negatives Bild von dieser deutschen Groß- und Hauptstadt.

Der Laden in dem wir spielten, Antje Oeklesund, war total inoffiziell, d.h. eigentlich eine große Werkstatt in einem Hinterhof, wo ein paar Leute ihre Kunstinstallationen aufstellen und auch gelegentlich Bands spielen lassen. „Unsere“ Installation war die Nachstellung einer Straßenecke Berlins, sehr abgefahren. Die Bühne war sozusagen eingerahmt, das sollte ein Schaufenster darstellen. Die wenigen Menschen, die da waren, fanden die Musik glaub ich immerhin ganz gut und haben auch brav applaudiert. Viel wichtiger finde ich aber die Band, die nach uns spielte. Exil-Israelis, zwei wohnen in Berlin, einer in Den Haag, alles studierte Musiker, die Sonic Youth glaube ich die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätten. Das war so avantgarde (aber nicht so avantgarde, dass es den Gitarristen davor geschützt hätte, dass auf seiner total abgefahrenen russischen Gitarre namens Stella, die ca. 7 Tonabnehmer hatte, eine Seite riss und er dann meine spielen musste). Das ist vor allem aber wohl Berlin ;-)

Zum Samstag nenne ich nur Stichpunkte:

„Berlin ist schlimmer wie der kleinste Ort… in Frankreich“

„Wenn ick groß bin, dann koof ick mir Dave Lombardo“

„Einen Kaffee Thrombose to go“

Ach ja, und wenn ihr mal in Berlin seid, dann ist die Ankerklause am Landwehrkanal in Kreuzberg sehr empfehlenswert. Toll ist, dass die Gäste die Musik bestimmen, denn es gibt eine Jukebox, die dann das ganze Lokal beschallt. Die Musikauswahl ist traumhaft!

h1

narcotica – worontzow

4. Februar 2008

Worontzow
eine der unverständlicherweise unterbewertetsten bands darmstadts – alte aufnahme von ca. 1996:

und der text dazu macht das ja erst schön – und kleine anmerkung: ich hab da mitgespielt, solos und so, das bin dann ich:

verse:

bedenken weggesoffen

hab angst vor mir, vor mir allein

die zeit wird knapp, etwas läuft schief

ich weiß auch was

chorus:

ich nehm dein leben, dein herz, umarme es, nehm es in beide hände

und schmeiß es weg (3x)

verse:

mein herz geht schnell, krieg keine luft, magengeschwür zerplatzt

das letzte gebet… das letzte gebet…

chorus:

ich nehm dein leben…

verse:

mein leben ist scheiße, immer tiefer rein

kein mut zur wut zu drehen (?) oder kein mut mit dem wurm zu drehen?!

schlag alles kaputt, schlag alles kaputt!!!

chorus:

ich nehm dein leben…

geil, oder?

am schlagzeug einer meiner besten freunde auf der welt, ich nenne ihn hier mal F. wir waren damals circa 20, der rest der band war so 30, und die kamen uns sehr alt vor. die band ist dann zerbrochen, weil der eine vater wurde und der andere seine freizeit lieber mit der kokain-braut verbringen wollte :-) aber war ne geile zeit, lustige band auf jeden fall…

h1

das superbowl

4. Februar 2008

ich hielt american football bisher für eher uninteressant und sinnlos. nachdem ich mich aber vor ein paar tagen mit einem sehr netten amerikaner (b´sondres – er war dabei an dem abend) , der unglaublicherweise ein bisschen ahnung von fußball hatte und mir deswegen auch die unterschiede zwischen amerikanischer football- und europäischer fußball-tradition und -spielweise (in wahrheit sogar weltanschauung) ganz gut erklärlich machen konnte, mal darüber unterhalten habe, hat es mich dann aber doch mal interessiert. jetzt hab ich tatsächlich in der nacht von sonntag auf montag den superbowl geschaut (ny giants vs new england patriots aus boston, 17:14), und es war wirklich sehr interessant und spannend. eine völlig andere geschichte, überhaupt nicht vergleichbar mit den sportarten, die bei uns in europa beliebt sind, i.e. fußball. körperbetont ohne ende, 4 spielzeiten à 20 minuten die sich ohne weiteres auf 4 stunden ausdehnen können, ein taktieren, dass man echt glauben könnte, die spielen eigentlich schach – bis auf dass die sich dauernd umhauen und dass du, um weiterzukommen, dich immer auf den boden schmeißen musst… aber trotzdem tatsächlich sehr spannend. weiß nicht, ob das genau an diesem spiel lag oder ob das immer so relativ spannend ist, aber ich könnte mir tatsächlich vorstellen, mir doch häufiger mal ein spiel anzuschauen… ach ja, in der halbzeit hat tom petty aufgespielt, der alte halbindianer, und als er „free falling“ gespielt hat, hab ich echt gänsehaut bekommen :-)

h1

b´sondres

2. Februar 2008

wenn mir sonst nichts einfällt, muss ich halt über einen darmstadt-abend schreiben… beim „zum landgraf“: angeblich „halli-galli“ – ungefähr 10 menschen. dafür war die sogenannte party-musik (wer hat das eigentlich festgelegt, welche musik zu solchen anlässen gespielt werden muss – overlords aus den 1970ern, die jetzt immer noch die spielreglen bestimmen und quasi heute noch definieren dürfen, aus welchen ärmlichen überresten der damaligen zeit sich die heutige musikalische „spaßkultur“ bedienen darf? [kurze anmerkung für die menschen, die dort schon mal zu gast waren: zur fastnacht wird der modus operandi geändert: bier nur 0,5 für 3€, dafür geht´s total schnell!!!]). danach mal ins nachrichtentreff – quatsch – ich mein doch marktcafé – nein! – extrablatt! cocktails (ich trank radeberger) werden dir mit einem leuchtreif gebracht… hätten die jungs in vietnam sowas gehabt, es hätte anders enden können. dann noch ins an sibin: bier und dart. euer ergebenster schreiberling konnte sogar ein spiel gewinnen. und um den abend abzurunden, ging es noch zum „sertscho“, also in den sog. künstlerkeller. ich habe es geschafft, mich ermahnen zu lassen, weil einer der mitreisenden, ich nenne ihn J, schluckauf hatte, und ich ihn doch nur erschrecken wollte durch lautes gebrüll und ausziehen und andere gäste unflätig beschimpfen. da verstehe einer noch die welt…

h1

rapante et al.

1. Februar 2008

ein paar linktipps, nicht ganz neu, aber trotzdem immer noch ein geistesschmaus:

Rapante

Schneewante

Der verrückte THX-Lemure (Ton aufdrehen, am besten mit Surround-Anlage)

h1

anonymität

1. Februar 2008

vermeintlich sind wir ja alle einerseits sehr anonym hier in diesen internetzen. andererseits sollte auch jeder ein wenig vernünftige mensch mittlerweile auf den trichter gekommen sein, dass es spätestens, seitdem auch der „kommerz“ das potenzial dieser errungenschaft entdeckt hat, damit vorbei ist. ok, soweit nichts neues. eigentlich will ich ja auch nur mal – wie viele andere – dazu aufrufen, ein wenig vorsichtiger mit seinen daten umzugehen. viele verschleudern dieses wichtige kapital jetzt („ham se ne payback-karte“), aber möglicherweise kann man damit in 5 jahren schon wieder extrem viel geld verdienen. ihr wisst doch, je knapper das gut, desto höher der preis! also, wenn es unvermeidlich ist, dass staat und konzerne alles über uns wissen werden, dann ist es doch besser, jetzt damit zurückzuhalten, um nachher einen umso höheren preis zu erzielen! ein guter und immer noch kostenloser tipp von eurem onkel paco